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Konservierung muss sein

Grundsätzlich muss vorausgeschickt werden: alle wasserhaltigen Kosmetika (Cremen, Lotionen etc.), und das sind die meisten, müssen – auf welche Art immer – konserviert werden. Es ist von großer Wichtigkeit, dass sich nach dem Öffnen des Produktes nicht zu viele Mikrorganismen wie Schimmel, Bakterien oder Hefen bilden können. Das würde uns schlecht bekommen. Unzureichend konservierte oder abgelaufene Produkte können zu Hautirritationen wie Unreinheiten und Rötungen, gereizter, schuppender, spannender Haut führen.

Reine Fette und Öle brauchen im Unterschied zu wasserhaltigen Produkten keinen Schutz gegen Mikroorganismen; sie können zwar ranzig werden, das hängt aber mit Ihrer Instabilität gegenüber Luftsauerstoff (Oxidation) zusammen.

Mit chemischen Keulen wie z.B. Formaldehyden (und –abspalter) oder Parabenen ist das alles gar kein Problem – aber wer mag sich Stoffe auf die Haut schmieren, die in Verdacht stehen krebserregend oder hormonbeeinflußend zu sein? Solche Stoffe werden häufig in herkömmlicher Kosmetik eingesetzt, in zertifizierter Naturkosmetik sind sie und ähnlich problematische Konservierungsmittel verboten.

Konservierung bei Biokosmetik

Konservierung ist ein herausforderndes Thema – speziell bei Natur- und Biokosmetik. Völlig unproblematische Konservierungsstoffe gibt es leider nicht.
In den jeweiligen Zertifizierungsrichtlinien ist gelistet, welche Stoffe erlaubt sind. Unsere strenge Biozertifizierung nach ÖLMB (österreichisches Lebensmittelbuch Codex A8 Biokosmetik) sagt dazu:
„Als Konservierungsmittel werden ausschließlich untenstehende Stoffe oder Gemische synthetischen Ursprungs eingesetzt. Festzuhalten ist, dass eine wirksame Konservierung – wenn erforderlich – aus Gründen des Verbraucherschutzes und der Produktsicherheit unbedingt notwendig ist.
Konservierungsmittel: In dieser Liste sind Salze mit folgenden Kationen zulässig:
Natrium, Kalium, Ammonium und Ethanolammonium, Calcium und Magnesium.
Ameisensäure (Formic Acid)
Benzoesäure, ihre Salze und Ethylester (Benzoic-Acid
Benzylalkohol (Benzyl Alcohol)
Propionsäure und ihre Salze (Propionic Acid)
Salizylsäure und ihre Salze (Salicylic Acid)
Sorbinsäure und ihre Salze (Sorbic Acid)“1

Es handelt sich dabei um sogenannte „naturidente“, d.h. zwar synthetische, aber der Natur nachempfundene Stoffe – die mildesten finden wir in der Listung. Wir haben uns für Natrium-Benzoat (INCI: Sodium Benzoate) und Kalium-Sorbat (INCI: Potassium Sorbate – die Allergieanfälligkeit ist nur ein Zwanzigstel so hoch wie bei den PHB-Estern, sprich Parabenen) entschieden; auch diese beiden Stoffe können in seltenen Fällen reizen, werden von Kosmetikanalyse.de (Initiative der Schweizer Stiftung zur Erhaltung der Hautgesundheit) mit „gut“ beurteilt.2
Benzoate kommen übrigens überall in der Pflanzenwelt vor.

„Ein hautsensibilisierendes Potential der Benzoesäure konnte an Probanden nicht nachgewiesen werden. In der Allgemeinbevölkerung werden Hautreaktionen gegenüber Benzoesäure insgesamt sehr selten beobachtet (ca. 0,2 %). Kontaktallergische Reaktion (Kontaktdermatitis, -urtikaria) auf Benzoesäure und Natriumbenzoat sind in wenigen Einzelfällen beschrieben. Benzoesäure und Natriumbenzoat können pseudoallergische Reaktionen in Form einer Urtikaria auslösen, bevorzugt bei disponierten Patienten mit einer (chronischen) Urtikaria, Asthma oder ASS-Intoleranz in der Vorgeschichte. Zumeist sind jedoch für eine Auslösung von entsprechenden Reaktionen höhere Dosen einer oralen Aufnahme von Benzoesäure erforderlich (50-100 mg).“3 

„Frei von Konservierungsmitteln“ – gibt’s nicht.

Eine andere Möglichkeit besteht in der Konservierung mit sogenannten „Multi-Functionals“, z.B. Alkohol, Glyzerin oder ätherischen Ölen – sie sind nicht in der Liste der zugelassenen Konservierungsmittel (KVO) zu finden, ihr Hauptzweck ist nicht die Konservierung, sie haben aber auch konservierende Wirkung. Das ist der Grund, warum manche Produkte mit „Frei von Konservierungsmitteln“ ausgezeichnet sind – eine Gesetzeslücke, die m.E. nicht mehr lange bestehen wird, weil es eigentlich eine Fehlinformation darstellt.

Auch die Verpackung spielt eine Rolle

Neben den Konservierungsstoffen hängt die Haltbarkeit eines Kosmetikproduktes aber auch von der Rezeptur, der Produktion und der Verpackung ab. Cremen in Tiegeln z.B. werden beim Entnehmen durch keimbesiedelte Finger jedesmal neu „kontaminiert“.
Ideal für Naturkosmetik – wenn auch hochpreisig – ist der Airless-Dispenser: im Unterschied zu herkömmlichen Pumpsystemen gelangt keine Luft – und mit ihr schädliche Umwelteinflüsse wie Keime oder Pilzsporen – in die Packung. Durch das Vakuumsystem ist es möglich, den Produkten deutlich weniger Konservierungsstoffe beizumengen, es ist nicht nur Luft-, sondern auch Lichtschutz gegeben (Luft und Sonnenlicht sind die Faktoren, die sensiblen Inhaltsstoffen am meisten zusetzen).

Fazit: Konservierung muss sein

Aber keine ist völlig unproblematisch.
Jede Art der Konservierung ist ein Abwägen zwischen dem Streben nach möglichst naturbelassener Kosmetik und dem Schutz der Haut vor Mikroorganismen, die ihr ebenso schaden können wie die Konservierung.
Der Zweck von Konservierungsmitteln ist es, Mikroorganismen wir Bakterien, Schimmel und Hefen abzutöten bzw. deren Wachstum zu hemmen. Ein Stoff, der das macht, kann eben leider auch reizen. Daher sind auch die in Natur- und Biokosmetik erlaubten Konservierungsstoffe nicht ganz unproblematisch und dürfen nur bis zu einer maximalen Konzentration eingesetzt werden (geregelt im Anhang zur Kosmetikverordnung).

In unseren Rezepturen bemühen wir uns soweit es möglich ist, mit natürlichen Komponenten wie Vitamin E oder pflanzlichem Glyzerin auszukommen. Wo nötig, sind wir bestrebt, die Produktsicherheit mit möglichst geringen Konzentrationen der o.g. Stoffe (in unserem Fall Kaliumsorbat und Natriumbenzoat) zu gewährleisten. Hygienische Airless-Dispenser, die wir bei allen leave on Produkten verwenden, helfen uns dabei.

Unser Tipp:
Das aller sicherste für Hochsensible (Asthmatiker, Menschen mit ASS-Intoleranz, Allergiker..) – keine wasserhaltigen Produkte für die Gesichtspflege verwenden, keine Öle mit Duftstoffen oder ätherischen Ölen. Völlig frei von zusätzlichen Konservierungsmitteln sind unser Pflegeöl und der Lippenbalsam – ein Körperöl ist in Entwicklung.
Das mysalifree Pflegeöl besteht aus Reiskeimöl, Maiskeimöl und natürlichem Vitamin E, kommt ohne zusätzliche Konservierung aus. Es zieht rasch ein, hinterlässt keinen Fettfilm und ist hervorragend für die Gesichtspflege geeignet (auch unter Make-up). Stabilisieren Sie damit Ihre Hautbarriere, dann wird Ihre Haut wieder widerstandsfähiger und weniger empfindlich gegenüber Reizen.

mysalifree – die Allergikerkosmetik.

1: https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/buch/codex/A_8_BIO.pdf?4vioy3
2: http://www.cosmeticanalysis.com/de/kosmetik-inhaltsstoffe/potassium-sorbate.html
3: http://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/5133/Allergen,Allergie/Benzoesäure/

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